Bremsbeläge wechseln

Der Belagwechsel ist die häufigste Arbeit an der Scheibenbremse und mit etwas Übung in zehn Minuten erledigt. Hier erfährst du, woran du verschlissene Beläge erkennst, wie der Wechsel funktioniert und worauf es danach ankommt, damit die Bremse sofort wieder sicher greift.

Kategorie: Bremsen: Wartung & Fehlerbehebung  ·  Lesezeit: ca. 6 Min.  ·  Level: Einsteiger

Pneumatic Bikes

Dies ist eine strukturierte Übersicht zu unserem Wissen, das wir mit dir teilen möchten zu: Bremsbelagwechsel. Wenn du Ergänzungen oder Fragen hast, melde dich gerne bei uns.

Du musst kein Profi sein. Aber du kannst einer werden.

1. Wann müssen die Beläge raus?

Anzeichen Bedeutung
Belag dünner als ca. 1 mm (ohne Trägerplatte) Wechseln, bevor Metall auf Metall reibt
Spreizfeder fast bündig mit dem Belag Belag ist fast verbraucht
Metallisches Kratzen Sofort wechseln, die Scheibe wird beschädigt
Glänzende, glasige Oberfläche Verglast, Bremskraft sinkt
Schwarze, fettige Oberfläche Verölt, nicht mehr zu retten
Hebelweg wird immer länger Beläge verschleißen, Kolben fahren weiter aus

Pro-Tipp

Kontrollier die Beläge alle 200 bis 500 km, bei Schlamm, Nässe und im Winter häufiger. An E-Bikes und schweren Rädern verschleißen sie deutlich schneller.

2. Das brauchst du

Checkliste: Werkzeug und Material

  • ☐ Neue Beläge passend zur Bremse
  • ☐ Inbus oder Torx für den Haltebolzen
  • ☐ Spitzzange für Splinte
  • ☐ Kunststoff-Reifenheber oder Kolbenrücksteller
  • ☐ Isopropanol und sauberes Tuch
  • ☐ Handschuhe (keine Finger auf die Beläge)

3. Der Wechsel

  1. Laufrad ausbauen. Den Bremshebel ab jetzt nicht mehr ziehen.
  2. Kolben zurückdrücken: Mit dem Reifenheber zwischen die alten Beläge gehen und die Kolben vorsichtig ganz in den Sattel drücken. Das schafft Platz für die dickeren neuen Beläge.
  3. Sicherung lösen: Sicherungsclip oder Splint entfernen, dann den Haltebolzen herausdrehen oder herausziehen.
  4. Beläge entnehmen: Beide Beläge samt Spreizfeder nach oben oder unten herausziehen, je nach Bremse.
  5. Sattel reinigen: Bremsstaub mit einem Tuch und etwas Isopropanol entfernen. Kolben auf Leckage prüfen.
  6. Neue Beläge vorbereiten: Spreizfeder zwischen die neuen Beläge setzen, so wie sie bei den alten saß.
  7. Einsetzen: Das Paket in den Sattel schieben und den Haltebolzen durch Beläge und Feder führen. Bolzen festziehen, Sicherung wieder einsetzen.
  8. Laufrad einbauen und die Steckachse bzw. den Schnellspanner korrekt festziehen.
  9. Druckpunkt aufbauen: Hebel mehrmals ziehen, bis die Beläge an der Scheibe anliegen und der Druckpunkt fest ist.
  10. Einbremsen: 20 bis 30 kräftige Bremsungen aus ca. 25 bis 30 km/h bis fast zum Stillstand, ohne zu blockieren.

Achtung

Die neuen Beläge nie mit den Fingern auf der Reibfläche berühren und kein Öl in ihre Nähe bringen.

Vor der ersten richtigen Fahrt prüfen, ob die Bremse sicher greift. Neue Beläge haben ihre volle Bremskraft erst nach dem Einbremsen.

4. Häufige Probleme nach dem Wechsel

Problem Ursache Lösung
Laufrad passt nicht rein Kolben nicht weit genug zurückgedrückt Laufrad raus, Kolben ganz zurückdrücken
Bremse schleift Sattel nicht mittig oder Kolben ungleich Sattel ausrichten, Kolben mobilisieren
Hebel geht bis zum Lenker Druckpunkt noch nicht aufgebaut Hebel mehrmals pumpen. Bleibt er weich: entlüften
Quietschen Noch nicht eingebremst oder Scheibe verschmutzt Scheibe mit Isopropanol reinigen, sauber einbremsen

Pro-Tipp

Neue Beläge auf alter Scheibe? Prüf die Scheibe auf Mindestdicke und Rillen. Und wenn du die Belagmischung wechselst, reinige die Scheibe gründlich, damit sich ein neuer Transferfilm bilden kann.

Pneumatic-Bikes-Tipp

Wann ist der beste Zeitpunkt, die Bremse zu entlüften? Genau jetzt. Mit neuen Belägen und ganz zurückgedrückten Kolben stimmt der Ölfüllstand am besten. Unser Entlüftungsset hat die passende Anleitung dabei.

Welche Bremsbeläge in deine Bremse passen, zeigt der Guide „Richtigen Bremsbelag-Typ finden“.

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Fragen, Feedback oder Ergänzungen? Schreib uns: pneumaticbikes@gmail.com

Alle Angaben ohne Gewähr. Herstellerangaben zu Drehmomenten, Verschleißgrenzen und Wartung haben immer Vorrang. Im Zweifel hilft die Fachwerkstatt.

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