Bikepacking-Setup

Beim Bikepacking hängt dein Gepäck nicht am Gepäckträger, sondern direkt am Rahmen, Lenker und Sattel. Das macht dein Rad schmaler, leichter und geländetauglich. Damit es sich auch so fährt, kommt es auf die richtigen Taschen und die richtige Verteilung an.

Kategorie: Touren, Reisen & Bikepacking  ·  Lesezeit: ca. 7 Min.  ·  Level: Einsteiger bis Fortgeschrittene

Pneumatic Bikes

Dies ist eine strukturierte Übersicht zu unserem Wissen, das wir mit dir teilen möchten zu: Bikepacking & Gepäck. Wenn du Ergänzungen oder Fragen hast, melde dich gerne bei uns.

Du musst kein Profi sein. Aber du kannst einer werden.

1. Die Taschen im Überblick

Tasche Typisches Volumen Wofür Darauf achten
Lenkerrolle 8–15 l Leichtes, sperriges Zeug: Schlafsack, Isomatte, Zelt Abstand zu Zügen und Bremsleitungen, kein Druck auf die Leitung
Rahmentasche 2–6 l Schweres: Werkzeug, Kocher, Essen, Powerbank Passform zum Rahmendreieck, Platz für Trinkflasche
Oberrohrtasche 0,5–2 l Snacks, Handy, Ladekabel Darf beim Wiegetritt nicht an den Knien reiben
Satteltasche 8–17 l Kleidung, Regenjacke, Schlafsachen Abstand zum Hinterrad, besonders bei Dropper-Post und Fully
Gabeltaschen je 3–6 l Kleidung, Tarp, Isomatte Gabel muss für Zuladung freigegeben sein
Vorbautasche 0,5–1,5 l Trinkflasche, Snacks, Sonnenbrille Mit einer Hand zu öffnen
Hüftgurt / Rucksack 1–3 l Wasser, Geldbörse Möglichst wenig Gewicht am Körper

2. Gewichtsverteilung: tief, mittig, nach vorne

Das schwerste Gepäck gehört in die Rahmentasche: Dort liegt der Schwerpunkt tief und mittig, und das Rad fährt sich fast wie ohne Gepäck. Leichte, voluminöse Dinge wandern in Lenkerrolle und Satteltasche. Gabeltaschen sitzen tief und vorne. Das beruhigt das Lenkverhalten, besonders bergab.

  • Schwer: Rahmentasche oder Flaschenhalter unter dem Unterrohr.
  • Mittel: Gabeltaschen, tief montiert.
  • Leicht und sperrig: Lenkerrolle und Satteltasche.
  • Möglichst nichts: auf dem Rücken. Ein schwerer Rucksack macht nach einigen Stunden Schultern und Hintern müde.

Pro-Tipp

Wiege dein gepacktes Setup einmal mit einer Kofferwaage. Für ein Wochenende ohne Zelt reichen oft 5 bis 7 kg Gepäck, mit Zelt und Kocher landen viele bei 8 bis 12 kg. Jedes Kilo weniger merkst du am Berg.

3. Die Packliste

Checkliste: Fahren

  • ☐ Helm, Handschuhe, Brille
  • ☐ Radhose und Trikot (1–2 Sets)
  • ☐ Regenjacke, ggf. Regenhose
  • ☐ Wärmeschicht: Merino oder Fleece
  • ☐ Arm- und Beinlinge
  • ☐ Licht vorne und hinten, Powerbank

Checkliste: Schlafen und Kochen

  • ☐ Zelt, Tarp oder Biwaksack
  • ☐ Isomatte
  • ☐ Schlafsack passend zur Nachttemperatur
  • ☐ Kocher, Topf, Feuerzeug
  • ☐ Löffel, Becher, Messer
  • ☐ Notverpflegung für einen Tag

Checkliste: Werkzeug und Ersatzteile

  • ☐ Multitool mit Kettennieter
  • ☐ Ersatzschlauch oder Tubeless-Plugs
  • ☐ Pumpe oder CO2-Kartuschen
  • ☐ 2 Kettenschlösser
  • ☐ 1 Paar Ersatzbremsbeläge
  • ☐ Kabelbinder, Tape, Kettenöl

Checkliste: Persönliches

  • ☐ Ausweis, Karte, Bargeld
  • ☐ Handy, Ladekabel
  • ☐ Sonnencreme, Erste-Hilfe-Set
  • ☐ Zahnbürste, kleine Seife
  • ☐ Sitzcreme
  • ☐ Fahrradschloss (leicht)

4. Packtricks, die wirklich helfen

  • Regenjacke oben: Was du schnell brauchst, kommt ganz oben in die Satteltasche oder in die Lenkertasche.
  • Gemeinsam teilen: Fährst du zu zweit, teilt euch Kocher, Zelt und Werkzeug auf.
  • Unterwegs einkaufen: Bäckereien und Gasthäuser ersetzen schweres Kochgeschirr und Vorräte.
  • Klappern abstellen: Werkzeug im Flaschenhalter mit einem Stück Schaumstoff umwickeln.
  • Packsack extra: Schlafsack und Wechselkleidung gehören in einen eigenen Packsack, auch in einer wasserdichten Tasche. Bei kleinen Rahmen hilft eine Halbrahmentasche plus Gabeltaschen.

5. Taschen montieren: Bremse und Leitungen im Blick

Eine schwere Lenkerrolle kann Bremsleitungen und Schaltzüge abknicken oder gegen den Rahmen drücken. Im schlimmsten Fall verändert sich der Druckpunkt oder eine Leitung scheuert durch.

  1. Taschen montieren und Lenker einmal ganz nach links und rechts einschlagen.
  2. Prüfen, ob Bremsleitung und Züge frei laufen und nicht geknickt werden.
  3. Bremshebel mehrmals ziehen: Der Druckpunkt muss genauso fest sein wie vorher.
  4. Bei Satteltaschen auf einem Fully: Hinterbau einmal komplett einfedern und den Abstand zum Reifen prüfen.
  5. Nach der ersten Ausfahrt alle Riemen nachziehen.

Pneumatic-Bikes-Tipp

Für die Werkzeugflasche: Unser 16-in-1 Multitool passt in die meisten Werkzeugflaschen und hat den Kettennieter gleich dabei. Ergänze es mit zwei Kettenschlössern und einem Paar Bremsbeläge für dein Modell, dann bist du für die häufigsten Pannen gerüstet.

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Fragen, Feedback oder Ergänzungen? Schreib uns: pneumaticbikes@gmail.com

Alle Angaben ohne Gewähr. Regeln, Preise und Streckeninfos können sich ändern – bitte vor der Tour beim Anbieter prüfen.

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